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In westlichen Ländern wird Tantra bisweilen auf Sexualität reduziert, sodass Tantra manchmal gar als reine Liebesschule bezeichnet wird. Das allerdings wird dieser asiatisch-philosophischen Lehre nicht besonders gerecht. Tatsächlich nimmt Sexualität einen nicht unbedeutenden Raum in der Tantra Lehre ein, was dann jedoch bisweilen gern überinterpretiert wird.

Die ursprüngliche Tantra-Lehre stammt aus dem hinduistischen Indien, von wo aus sich durch Verbindung mit dem Buddhismus eine buddhistische Variante entwickelte. Als Neo-Tantra wird eine vor allem im Westen vorkommende Variante bezeichnet, die vom indischen Philosophieprofessor Osho (zuvor: Bagwan) verbreitet wurde. Eine der Entstehungsgeschichten des Tantra besagt, dass das Universum durch die sexuelle sowie spirituelle Verbindung zweier Gottheiten entstanden ist: von Shakti als Verkörperung der Energie und Shiva als Verkörperung des Bewusstseins. Das spiegelt einerseits die hohe Rolle der Frau in den Tantra-Lehren, andererseits die wichtige Rolle von Sexualität.

Tantra — alles ist Gesamtheit

Im Mittelpunkt der tantrischen Lehren steht die Welt als untrennbare Einheit, in der Diesseits und Jenseits, Geist und Materie, Mikro- und Makrokosmos letztlich eins sind. Auch Sexualität und Spiritualität bilden eine Einheit und sind keine kaum zu vereinenden Gegensätze wie in anderen Weltanschauungen und Religionen. Teil der Tantra-Lehre ist die Lehre von den Chakren und den Nadis, den Energiezentren und Energiekanälen, durch die die Lebensenergie des Menschen fließt. Sie findet man auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Objekte der Meditation sind im buddhistischen Tantra etwa die Mandalas, oftmals kreisförmige Bilder, die traditionell in zweidimensionaler Darstellung den so genannten Mandala-Palast und das umgebende so genannte Reine Land zeigen, oder Yantras, rituelle Diagramme. Moderne Tantra-Meditation dient — wie alle Formen der Meditation — dazu, den analytischen Teil des Gehirns zugunsten des intuitiven zeitweise außer Kraft zu setzen und sich dem Hier und Jetzt zuzuwenden. Tantriker arbeiten dabei beispielsweise mit Atemtechniken und bedienen sich als mit den Meditationstechniken des Tantra Vertraute in fortgeschrittenen Phasen auch der Yantras und Mantras. Das alles dient der Lehre nach dazu, die Chakren neu zu aktivieren und zu reinigen. Losgelöst von der Chakrenlehre könnte man sagen, Tantra-Meditation dient dem Weg zu sich selbst, der Selbstfindung eines Menschen, und auch dem Stressabbau durch Besinnung auf den Augenblick. Unterschieden werden heute bisweilen das Weiße Tantra vom Roten Tantra: Während der Mensch durch das Weiße Tantra einen rein spirituellen Weg beschreitet, der Sexualität nicht mit einbezieht, wird beim Roten Tantra Sexualität als Quelle von Kraft ausdrücklich in die Lehre integriert. Aber auch Rotes Tantra ist mehr als die reine Lehre von erfüllter Sexualität, als die Tantra bisweilen dargestellt wird. Selbstfindung und Stressabbau sind ebenso wichtige Motive, sich dem modernen Tantra zuzuwenden. Sexualität ist nur EIN Aspekt.

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