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Die verschiedenen buddhistischen Richtungen, von denen ich mich mit dem Hinayana, später Theravada, und dem Mahayana genauer beschäftige, gehen alle auf den im 5. Jahrhundert vor unserer Zeit lebenden Siddartha Gautama zurück, der nach seiner Erleuchtung als Buddha bezeichnet wurde.

Siddartha wurde als Sohn einer Königsfamilie geboren und lebte ein Leben in Luxus, bis er feststellte, dass obwohl er ein eigentlich sorgenfreies Leben führte, es Leid im Leben gibt, für das es keinen Ausweg gibt. Wenn er sein wohlbehütetes Zuhause verließ sah er auf den Strassen Alter, Krankheit und Tod und dieses unausweichliche Leid erschütterte seine Welt so sehr, dass er einen Weg aus diesem Leid hinaus finden wollte.


Obwohl er bereits eine Frau und ein Kind hatte, zog er hinaus in die Welt, gab seinen Besitz auf und wollte nach unvergänglichem Glück suchen. Auf seinem Weg hatte er einige Lehrer, die ihn aber auch nach Unterrichtung ihrer Lehren nicht zufrieden stellten. Nach Jahren der selbszerstörerischen Askese, die ihm einige Fans einbrachte, entschloss er sich, diesen Weg der Selbstkasteiung zu verlassen, denn er sah keine Erleuchtung am Ende dieses Weges und beschloss, seinen Köper wieder ausreichend zu ernähren und seinen Weg abseits der Extreme weiterzuführen. So beschloss er eines Tages, sich unter einem Baum nicht mehr wegzubewegen, bis er erleuchtet würde. Dieses riskante Unterfangen gelang ihm und eines Tages durchblickte er die Zusammenhänge des Kreislaufs des Lebens.


Er beschloss seine Einsichten weiterzugeben und die erste Lehre, die er fünf Asketen mitteilte, welche ihn einige Zeit zuvor begleitet hatten, enthielt die so genannten 4 edlen Wahrheiten, die bis heute die Grundlage jeder buddhistischen Richtung bilden.


Diese heißen

  • Die Wahrheit vom Leid
  • Die Wahrheit vom Ursprung des Leids
  • Die Wahrheit von der Beseitigung des Leids
  • Die Wahrheit des Weges zur Beseitigung des Leids.


Die erste Wahrheit beinhaltet die Feststellung, die Buddha bereits in jüngeren Jahren machte, nämlich, dass das Leben geprägt ist von Leid. Alter, Krankheit und Tod stellen Leid dar, welche im Leben unausweichlich erscheinen. Auch das Abhandensein von Zufriedenheit bildet Leid und selbst Glück besteht manchmal aus der Abwesenheit oder der Abnahme von Leid, z.B. Sättigung nach Hunger.


Die zweite Wahrheit
erklärt das Zustandekommen des Leids. Der Buddha erklärt, dass die Hauptursache für Leid Verlangen, Verblendung, also Unwissen und Hass sind. Wenn man diese Ursachen überwinden kann, so kann man auch das Leid überwinden.
Die dritte Wahrheit ist hier schon angesprochen, jedoch liegt die vollkommene Überwindung dieses Leids im Nirvana, das heißt im Verlassen des Kreislaufs der Wiedergeburten, dem Samsara, denn im Nirvana gibt es weder Gier, noch Verblendung, noch Altern, Krankheit oder Tod.
Der Weg, der dorthin führt, wird als der achtfache Pfad beschrieben. Dieser Weg, den ein jeder geht, welcher das Heilsziel im Nirvana sucht bezieht sich auf den Entschluss, dem Buddha zu folgen, auf eine Ethik der Lebensführung auf diesem Weg und auf die Methode, das Ziel des Nirvanas zu erreichen. Um es genauer zu sagen: Die ersten zwei Punkte des achtfachen Pfades heißen (1)Rechter Entschluss und (2)Rechte Ansicht. Dies steht für den Entschluss, den buddhistischen Weg zu gehen, Zuflucht zu nehmen. Die nächsten drei Punkte, die sich auf die Ethik beziehen heißen (3)Rechte Rede, (4)Rechtes Handeln und (5)Rechte Lebensführung. Die letzten drei Punkte, die sich auf die Methode beziehen heißen (6)Rechte Anstrengung, (7)Rechte Achtsamkeit und (8)Rechte Versenkung, hiermit ist die Meditation, eine wichtige Methode des buddhistischen Weges, gemeint.

Ein großer Teil des Leides, das Menschen widerfährt, ist laut buddhistischer Auffassung durch Karma bedingt. Karma bedeutet übersetzt Taten und bedeutet, dass alles, was man tut eine Wirkung hat und das alles Gute, das man tut, eine gute Wirkung im eigenen Leben, oder einem darauf folgenden haben wird und jede schlechte Tat ebenso eine schlechte Wirkung. Somit ist das Leben, welches man führt auch aus früheren taten bewirkt. Die Buddhisten schauen allerdings nicht zurück sondern nach vorne und versuchen deshalb, negative Handlungen zu unterlassen. Schlechtes, das einem widerfährt, wird somit verantwortungsvoll den eigenen früheren unheilvollen Taten zugeschrieben und sogar ein wenig dankbar angenommen, da jetzt abgearbeitetes Karma sich wenigstens nicht in einem späteren Leben zeigen wird. Denn nicht nur innerhalb des menschlichen Lebens kann sich schlechtes Karma auswirken, es kann die Art der Wiedergeburt ebenfalls beeinflussen. So gibt es sechs verschiedene Wiedergeburtsbereiche. Man kann wiedergeboren werden als Götter(wobei Götter auch sterben müssen, allerdings ein leidloses Leben führen), als Halbgötter, Menschen, Geister, Tiere oder Höllenwesen. Den besten Dienst am eigenen Karma kann man innerhalb des Menschenlebens tun, weshalb diese Wiedergeburtsform für Buddhisten die wünschenswerteste ist.

Eine interessante psychologische Interpretation der Wiedergeburtsformen beschreibt diese so:
"Die Götterwelt sei die Welt des Genusses und der Verblendung: die Welt der Reichen und Mächtigen. Das Reich der Halbgötter sei die Welt der Macht- und Streitlustigen. Das Menschenreich sei das Reich des Stolzes, das Tierreich die Welt der Verwirrung. Die Geisterwelt sei dann die Welt zwanghafter Gedanken (Neurosen) und schließlich die Welt der Höllenwesen die Welt tiefer Wahnzustände (wie Schizophrenie oder Paranoia)."

Zurück zu dem buddhistischen Weg ging es in den ursprünglichen Lehren des Buddhas dabei zunächst um die Erlösung des Einzelnen. Die Menschen suchten für sich selbst mit Hilfe der vier edlen Wahrheiten und des achtfachen Pfades, dem Leiden des Samsaras zu entfliehen und dem Nirvana näher zu kommen. Ein Mensch, der dieses erreicht hat und die Welt des Leidens verlassen kann und ins Nirvana, dem endgültigen Verlöschen des Leidens eingehen kann, wird hier als Arhat bezeichnet.


Diese Sichtweise des Buddhismus wird auch als Hinayana -Schule bezeichnet. Eine bis heute überlebende Form dieser Schule heißt Theravada und diese Bezeichnung ist heute gebräuchlicher, da Hinayana abwertend als „Kleines Fahrzeug“ übersetzt wird im Gegensatz zum Mahayana, dem „Großen Fahrzeug“.
Der größte Unterschied zwischen Hinayana und dem sich später abspaltenden Mahayana ist an dieser Stelle zu finden. Denn geht es im Hinayana um die Erlösung des Einzelnen, der Arhatschaft, ist das Ziel im Mahayana die Erlösung aller Wesen. Wenn ein Wesen die Erleuchtung erreicht hat, sollte es nach mahayanischer Überzeugung nicht ins Nirvana eingehen, sondern das ewige Verlöschen solange hinausschieben, bis auch alle anderen Wesen erleuchtet, also erlöst sind. Diese Wesen, die anderen Menschen helfen, den Weg ins Nirvana zu finden, werden als Bodhisattvas bezeichnet. Dieser Gedanke ist im Mahayana so vorrangig, dass es nach seiner Entstehung zunächst als Bodhisattvayana bezeichnet wurde.


Ein Bodhisattva bleibt im Samsara aus reinem Mitgefühl für seine Mitmenschen. Er ist zwar von den samsarischen Bedingtheiten, wie die Unfreiheit über das nächste Leben oder Krankheit und Leid nicht mehr betroffen, jedoch nimmt er freiwillig Leid auf sich, wenn er andere Menschen dadurch erlösen kann. Das große Mitgefühl entsteht auch durch die Tatsache, dass im Mahayana Buddhismus eine Identität zwischen dem eigenen und dem Leben anderer gesehen wird. Ich und Du sind dasselbe. Hier ist eine weitere Überzeugung des Mahayana zu finden.
Die Tatsache, dass alle Menschen eine Einheit bilden, erklärt sich nämlich daraus, dass für Mahayana - Buddhisten alle Existenz aus Leerheit besteht. Das Leid, das Leben ist alles nur Einbildung und die Wahrheit der Dinge ist Leerheit.


Nicht einmal eine Seele existiert. Wie erklärt sich nun eine Wiedergeburt ohne Seele? Was wiedergeboren wird ist im Buddhismus keine Essenz, die von Leben zu Leben wandert. Vielmehr ist die Entstehung des neuen Lebens eine Kette von Ursache und Wirkung. Ein Leben bedingt das nächste so wie eine Handlung jede weitere bedingt. Doch ohne einen Teil, der weiterlebt, denn die Welt ist ja leer. Das, was wir als Ich-Bewusstsein wahrnehmen in unserem jetzigen Leben ist bedingt durch die fünf Skandhas.


Dies sind die Faktoren, die zur Ich-Illusion führen, nämlich Körper, Empfindung, Wahrnehmung, Geistesregungen und Bewusstsein. Diese Daseinsfaktoren sind allerdings eher mit den Bauteilen eines Autos zu vergleichen, als mit einem festen Selbst. Sie sind des Wandels unterworfen und haben keine feste Substanz. Wie alles in der Welt sind diese Faktoren leer und nur Schein, der im Nirvana verlöscht.
Allerdings bedeutet dies auch, dass die Wesen bereits erlöst sind und dass das Samsara und das Nirvana ein und dasselbe sind, nämlich Leerheit. Da wir aber an die Realität glauben, ist auch das Leid für uns real. Sobald wir jedoch die Wahrheit der Leerheit und des Samsaras begreifen, sind wir erleuchtet. Dies ist die Erkenntnis, welche uns vom Leid befreit. Im Mahayana helfen die Bodhisattvas, diese Wahrheit zu erkennen.
Diese Richtung hat von Beginn an eine große Anzahl an Laienanhängern gehabt, da die Hilfe der Bodhisattvas beim Finden des richtigen Weges und beim Abbau des Karmas eine große Hoffnung bietet.
Im Hinayana hingegen machen sich einzelne auf den Weg zur Erleuchtung. Hilfe von außen gibt es in diesem Sinne nicht und das schlechte Karma kann nur allein abgebaut werden. Dieser Weg erscheint manchen Menschen als zu schwierig, weshalb sie sich auf das Mahayana berufen.
Ein weiterer Unterschied besteht in den Lehrquellen. Während im Hinayana nur die von Buddha überlieferten Lehren akzeptiert werden, die im so genannten 1. Konzil zusammengetragen wurden, lässt das Mahayana auch jüngere Quellen zu. Als das 1. Konzil wird eine Versammlung bezeichnet, die im Todesjahr Buddhas von Hunderten von Mönchen abgehalten wurde, um die Lehren Buddhas zusammenzutragen und zu bewahren. Diese Lehren wurden gebündelt und auswendig gelernt. Erst viel später wurden diese auch verschriftlicht und wurden als so genannter Pali -Kanon festgehalten. Dieser beinhaltet drei große Teile, die auch als Dreikorb bezeichnet werden. Der erste Teil enthält Mönchsregeln (vinaya), denn die buddhistischen Klöster wuchsen bereits zu Buddhas Lebzeiten so stark, dass eine Erstellung von Regeln nötig wurde. Der zweite „Korb“ enthält die eigentlichen Lehrreden Buddhas, die Sutras. Der dritte Teil ist eine philosophische Erläuterung Buddhas Lehre(abidharma). Nur die Inhalte dieses Pali -Kanons werden im Hinayana als Lehrgrundlage akzeptiert. Im Mahayana, dass sich nach dem 2. Konzil, dass etwa hundert Jahre nach Buddhas Tod stattfand und Streitigkeiten über die überlieferten Lehren lösen sollte, vom Hinayana abspaltete, wurden auch später hinzugefügte Sutras als Buddhawort in die Lehre aufgenommen.


Man bezeichnet die ältere Form des Buddhismus, das Hinayana als die erste Umdrehung des Rades der Lehre(des Buddha). Das später entstandene Mahayana wird als die zweite Umdrehung des Rades der Lehre bezeichnet und es gibt auch noch eine dritte Umdrehung des Rades der Lehre, das Vajrayana, oder der „Diamantweg“. Diese eher mystische Richtung des Buddhismus ist aus dem Mahayana entstanden und vertritt die Ansicht, dass die Buddhanatur bereits in jedem von uns steckt und nur geweckt werden müsse.


Im Gegensatz zu vielen anderen Religionen bestehen diese Richtungen des Buddhismus friedlich nebeneinander und haben dies von jeher getan. Mahayanis und Hinayanis haben sogar in ein und demselben Kloster gelebt. Es gibt im Buddhismus keinen richtigeren oder falscheren Weg, denn was zählt, ist das Endziel, die Erleuchtung und auf welche Weise man dorthin gelangt, ist lediglich eine Angelegenheit persönlichen Dafürhaltens und den eigenen Fähigkeiten entsprechend. (Im Gegensatz zum Christentum, in dem es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken gekommen ist.)

Wenn man fragt, ob der Buddhismus eine Religion sei oder nicht, so gebe ich folgende Antwort: Sieht man als Voraussetzung einer Religion den Glauben an einen Schöpfergott, so ist der Buddhismus sicherlich nicht als Religion zu bezeichnen, denn die Buddhisten glauben an das Gesetz von Ursache und Wirkung und nicht an einen Gott, der die Fäden hierzu in der Hand hält.
Betrachtet man Religion aber als einen Weg zu persönlicher Erfüllung und Erlösung, als einen Glauben, der zur persönlichen Entwicklung beitragen soll, dann ist der Buddhismus durchaus als Religion zu verstehen, als die friedlichste überhaupt, welche keine Glaubenskriege oder Missionierungen kennt, denn jeder muss aus eigener Entscheidung Zuflucht zu den 3 Juwelen nehmen. Zu Buddha, zu seiner Lehre, dem Dharma, und zur buddhistischen Gemeinschaft, Sangha.

Seine Heiligkeit der Dalai Lama XIV hat einmal gesagt, aus dem Verbund der Religionen würde der Buddhismus hinausgeworfen mit der Begründung, er sei eine Philosophie. Aus dem Verbund der Philosophie hingegen würde er mit der Begründung hinausgeworfen, er sei eine Religion. Aus beiden Verbünden hinausgeworfen, bilde er eine Brücke zwischen der Religion und der Philosophie.

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